Der humanistische Werte-Kanon

Unser Wertekonzept wurde vor dem Hintergrund des humanistischen Wertekanons entwickelt. Der Begriff Humanismus, häufig als Synonym für eine historische Epoche benutzt, bezeichnet hier eine innere Haltung, die Orientierung zur Lebensführung bieten soll.

Das humanistische Werte-System setzt sich aus Begriffen zusammen, die jeweils einen eigenen Inhalt repräsentieren. Aus der Berücksichtigung dieser Wert-Begriffe, die sich in ihrer Anwendung auf konkrete Situationen sowohl ergänzend als auch widersprüchlich zueinander verhalten können, entsteht das, was wir ‚Menschlichkeit ́ oder Menschenorientierung nennen.

Menschen müssen sich ständig für konkrete Handlungen entscheiden, die mehr oder weniger wertegeleitet sind. Die Orientierung an den Wertbegriffen soll die Entfaltung der individuellen Persönlichkeit in Verantwortung für diesen Entschei- dungsprozess ermöglichen. Durch die Freiheit des Entscheidungsprozesses in der jeweiligen konkreten Lebenssituation bleibt die Selbstverantwortung für Abwägungen und Schwerpunktsetzungen ein zentraler Aspekt dieses Werte-Systems.

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Menschlichkeit als Ziel

‚Menschlichkeit‘ ist das angestrebte Ideal einer mitmenschlichen Orientierung. ‚Menschlichkeit‘ steht hier für eine positiv notierte Größe, schließt jedoch die Fähigkeit zu allen negativ empfundenen menschlichen Eigenschaften als Möglich- keit mit ein. ‚Menschlichkeit‘ bildet nach dem dialektischen Prinzip die Synthese aus allen Möglichkeiten menschlichen Verhaltens.

Dazu Johann Gottfried Herder in seinen Briefe(n) zur Beförderung der Humanität (Bd.10 Riga 1797): „Der edle Mensch sucht allenthalben das Bessere, das Beste, …“ Und Johann Gottlieb Fichte in der „Bestimmung des Menschen ( Drittes Buch – Glaube 1,Bd.2:276): „Es ist kein Mensch, der das Böse liebe, weil es böse ist; er liebt in ihm nur die Vorteile und Genüsse, die es ihm verheißet, und die es ihm in der gegenwärtigen Lage der Menschheit mehrenteils wirklich gewährt.“

‚Menschlichkeit‘ zu erlangen, mit dem darin enthaltenen Streben zur Verantwortung, zur Weisheit und Vervollkommnung und der gleichzeitig darin enthaltenen Anerkennung menschlicher Schwächen und Unfähigkeiten, ist Ziel der Auseinander- setzung mit dem humanistischen Wertesystem.